Prediger 2 vo 12
- von rico loosli 6924 bioggio tessin
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Prediger 2 vo 12
2 De hani mer dänkt "Chum, i probiere das us was Spass macht. Mol luege was debi Guets usechunnt." Aber lueg da! O das isch sinnlosigkeit gsi.
2 Über ds Lache han i gseit: "Was füre Irsinn!", und über dä Spass: "Was bringt das scho?"
3 Ig forste gründlech noche was drbi usechunnt weni mi mit wii verwöhn, wobi mini Wisheit di ganz zit über bhaute. Sogar di Unvernunft hani mit offnige Arme zum usefinde, was dr Mönsch am beschte mit de wenige Täg vo sim Läbe unger em Himmel chönnt afange.
4 Ig ha grossi Projekt in Aagriff gno. Ig boue mir Hüser, pflanzti Wingärte für mi.
5 Ig ha mer Gärtä und Parks aagleit und bi drinne Obstböim vo allne Art pflanzt.
6 I ha mir Wasserteich aagleit zum drmit e Walda mit prächtig wachsende Böim z bewässere.
7 Ig erwarb Diener u Dienerinne u es si mir Diener i mim Huus gebore worde. O erwarb i e hufe Vieh – Rinder, Schaf u Geisse, me als alli myni Vorgänger z Jerusalem.
8 Ig hüüfe o Silber u Gold a, d Schätz vo Könige u Provinze. I umgab mi mit Sängere u Sängerinne u däm, wo de Mönschensöhne grossi Fröid macht – e Frou, ja vil Froue.
9 So bi i gressa un ha alli vor ma in Jerusalem ibrocht. Un mini Wisheit bliebe ma.
10 Nüt, was i mir wünscht, enthalte i mir vor. Nigs, was Schpass macht, i vuwehr i minem Herz, denn alli mini herti Arbet het mi Herz mit Fräid erfillt, un des war d Belohnig fir alli mini herti Arbet.
11 Doch woni über all die Werke nahdänkt ha, wo mini eigete Händ vollbracht hei gha, u über all di herti Arbet, woni mit viu Müeh gleistet ha, han i gseh, dass alles sinnlos isch gsi – so als het me dr Wind wele afange. Unger dr Sunne het's nüt vo ächteem Wärt gäh.
12 Denn hani mini Ufmerksamkeit uf Wiisheit u Wahnsinn u Dummheit grichtet. (Weu was cha scho dä mache wo nachem Chönig chunnt? Nume das wome scho het ta.)
13 Und i ha gseh, dass d Wisheit gägeüber dr Dummheit e Vorteil het, so wie ds Liecht gägeüber dr Dunkelheit e Vorteil het.
14 Dr Wissi het Ouge im Chopf, aber die dumme geit im dunkle ume. O i ha erklärt, dass aui i u s gliiche Ändi näme.
15 Da han i bi mir dänkt: "Was dem Dummchopf passiert wird o mir passiere." Was hets mir also bracht so überus wiis z wärde? Drum han i mir gseit: "O das isch sinnlosigkeit.
16 Denn es git weder e bliibendi Erinnerig a de Wise no a d Dummkopf. I de Tag, wo no chöme, wird jede vergässe sy. U wi wird dr Wiis stärbe? Zäme mitem dumme.
17 Ig ha auso aagfange, ds Läbe z hasse, wüu mir aues, wo unger dr Sunne wird gmacht, deprimierend erschine – aues isch sinnlos gsi, so aus het me dr Wind wöue igfange.
18 I ha afa alles z hasse wofür i unger dr Sunne so hert gschaffet ha, i mues es ja schliesslich für de Mönsche zruggloh wo nach mir chunnt.
19 Un wer weiss, ob der di weis odr unvernünftig si wird? Dennoch wird er über alles d Kontrolle übernäh, was i unger dr Sunne mit grosse Müeh u Wysheit ha erworbe. O das isch Sinnlosigkeit.
20 Ig ha drum agfange i mim Härz zverzwifle wäge aui de härti Arbeit woni mi unger dr Sunne ha abgmüet gha.
21 We e Mönsch o no so hert schaffe mit Wisheit, Erkenntnis u Gschick, mues er doch aues öpperem überlah wo nid derfür gschaffet het. O das isch sinnlosigkeit und üsserscht tragisch.
22 Was het e Mönsch eigentlech vo au sine harte Arbeit u em Ehrgiiz, wo ne drzue tribt härt z schaffe unger dr Sunne?
23 Denn alli sini Tag bringt ihm sini Beschäftigung Schmerz und Frustration i, und sälber Nacht chunt sis Härz nid zur Rueh. O das isch Sinnlosigkeit.
24 Für e Mönsch gits nüt bessers aus z ässe und z trinke und a sinere herte Arbeit Fröid z finde. Au des, so ha i erkennt, kummt üs dr Hand vum wahre Gottes,
25 den wär isst u wär trinkt besser aus i?
26 Dem Mensch, der ihm gfallt, schenkt er Wisheit, Erkenntnis u Fröid, aber d Sinde beschäftigt er drmit, izsammle u azhüüfe, nume damit er's denn däm git, wo däm wahre Gott gfallt. O das isch Sinnlosigkeit – so, aus het me dr Wind welle yfange.